Räuchermännchen oder Bettelarmband, das ist hier die Frage. Betrachtet man beide Alternativen vom Preis her, so ist das Räuchermännchen sicherlich die preiswertere Möglichkeit. Gewiss, auch ein Bettelarmband mit nur einem einzigen Anhänger liegt vermutlich im selben preislichen Rahmen. Was dann aber auch den Geber als bettelarm ausweist, denn wie sieht das aus: ein einziger Anhänger an einem Armband? Ob Räuchermännchen oder Bettelarmband, die Wahl des Geschenkes sollte nicht dem Geschmack des Gebers, sondern mehr dem Geschmack des Beschenkten entsprechen. Das Räuchermännchen ist ein sinnliches Geschenk: Durch die Räucherkegel bildet sich Wärme, man sieht den Rauch ziehen und man riecht den Duft. Man sitzt zusammen, trinkt im Kerzenschein einen Glühwein oder einen Grog und wartet auf Weihnachten. Alles in allem mehr ein Geschenk für die kalte Jahreszeit.
Das Bettelarmband hingegen will von der Besitzerin vorgezeigt werden. Sei es bei einer wilden Party oder bei einem Spaziergang im botanischen Garten oder im Zoo. Dort glitzert und klimpert es im Sonnenlicht. Es zeigt die Beliebtheit seiner Besitzerin, denn es wird durch kleine Gaben von Freunden und Verwandten zu den Festtagen voller und voller, bis es irgendwann Schwierigkeiten gibt, überhaupt noch einen weiteren Anhänger zu befestigen. In späteren Jahren ist ein Bettelarmband immer eine Erinnerung an frühere Freunde und an Tage, die es im Leben eines Menschen mitunter nur einmal gibt.
Beide Geschenke sind schön und sinnvoll. Doch wenn man sich absolut nicht vorstellen kann, was die Beschenkte lieber hätte, so sollte man sich für das Bettelarmband entscheiden. Jede Frau liebt Schmuck und an den Anhängern kann sie immer deutlich sehen, wer sich um sie Gedanken macht und wer wann an sie denkt. Das ist mehr wert als ein Duft, der am nächsten Tag wieder verflogen ist.